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Praxis

Praxisbeiträge

Der erste Beitrag dieses Bereichs behandelt die beiden häufigsten Alltagsschäden an Kleidung: einen abgerissenen Knopf und eine Naht, die entlang der Steppnaht aufgegangen ist. Beides dauert eine Viertelstunde, wenn man die Reihenfolge kennt, und braucht keine Nähmaschine. Unten steht, was Sie bereitlegen, wie Sie Schritt für Schritt vorgehen und wie Sie Ihre Arbeit prüfen, bevor Sie das Stück wieder tragen.

Eine gute Reparatur fällt kaum auf. Ein farblich passender Faden, Stiche, die in der alten Naht verschwinden, und ein sauberes Vernähen auf der linken Seite – das ist das ganze Geheimnis, besonderes Geschick braucht es dafür nicht.

— Gedanke der Redaktion

Was Sie bereitlegen

  • Nähgarn in der Farbe des Stoffes; für Knöpfe an Mantel und Jacke ein reißfesteres
  • Ein paar Handnähnadeln in verschiedenen Stärken und einen Fingerhut für feste Stoffe
  • Eine kleine, scharfe Fadenschere
  • Stecknadeln, um die Nahtkanten vor der Arbeit festzustecken
  • Ein Streichholz oder einen Zahnstocher als Abstandshalter unter dem Knopf
  • Einen gut beleuchteten Tisch und einen Stoffrest für Probestiche
  1. Kleidungsstück ansehen

    Suchen Sie alle Stellen, die repariert werden müssen, und sehen Sie sich an, wie der Knopf ursprünglich angenäht oder die Naht gesteppt war. Die alten Einstiche zeigen, wo die Nadel durchgehen soll; übrig gebliebene Fadenreste entfernen Sie am besten vorsichtig.

    Fiktives Beispiel: An einem Hemd fehlt ein Knopf, und daneben hängt ein weiterer nur noch an ein paar Fäden. Ihn jetzt zu befestigen ist einfacher, als ihn später zu suchen.

  2. Faden und Nadel wählen

    Der Faden sollte farblich zum Stoff passen oder etwas dunkler sein, und die Nadel sollte leicht durch das Material gleiten, ohne große Löcher zu hinterlassen. Schneiden Sie ein Stück von etwa Armlänge ab: Ein zu langer Faden verheddert sich und scheuert durch.

    Fiktives Beispiel: Eine dünne Nadel kommt nur mühsam durch festen Jeansstoff und verbiegt sich. Mit einer kräftigeren Nadel und einem Fingerhut geht es deutlich schneller.

  3. Faden am Anfang sichern

    Machen Sie einen Knoten ans Fadenende oder zwei, drei kleine Stiche auf derselben Stelle auf der linken Seite. Der Anfang muss fest halten, sonst löst sich die ganze Arbeit bei der ersten Belastung.

    Fiktives Beispiel: Der Knoten war zu klein und rutschte durch den locker gewebten Stoff. Ein doppelter Knoten oder ein paar Sicherungsstiche lösten das Problem.

  4. Knopf mit Stiel annähen

    Legen Sie ein Streichholz oder einen Zahnstocher auf den Knopf und nähen Sie darüber, indem Sie den Faden mehrmals durch die Löcher führen. Entfernen Sie dann das Streichholz, wickeln Sie den Faden um die Stiche unter dem Knopf und führen Sie die Nadel auf die linke Seite. Dieser Stiel lässt Platz für den Stoff am Knopfloch.

    Fiktives Beispiel: Ein dicht aufgenähter Knopf passt nur schwer durchs Knopfloch und zieht am Stoff. Mit einem Stiel von ein paar Millimetern lässt er sich mühelos schließen.

  5. Offene Naht vorbereiten

    Wenden Sie das Kleidungsstück auf links, legen Sie die Kanten entlang der alten Steppnaht aufeinander und stecken Sie sie mit Stecknadeln fest. Orientieren Sie sich an den alten Einstichen: Läuft die neue Naht daneben, verzieht sich das Teil.

    Fiktives Beispiel: An einer Hose ist die Seitennaht aufgegangen. Als die Kanten genau an den Resten der Steppnaht aufeinandergelegt wurden, wurde die Reparatur gerade und von außen unsichtbar.

  6. Naht mit kleinen Stichen nähen

    Beginnen Sie einen Zentimeter vor der offenen Stelle im noch intakten Teil der Naht und enden Sie einen Zentimeter dahinter. Nähen Sie dichte, gleichmäßige Rückstiche: Sie sind fester als ein einfacher Heftstich und halten Belastung gut aus.

    Fiktives Beispiel: Die Naht wurde nur an der offenen Stelle geschlossen, und eine Woche später ging sie daneben wieder auf. Mit etwas Zugabe an beiden Enden passiert das nicht.

  7. Vernähen und Ende verstecken

    Machen Sie auf der linken Seite einige Stiche auf derselben Stelle, führen Sie die Nadel darunter durch und schneiden Sie den Faden sauber ab, sodass nur ein ganz kurzes Ende bleibt. Überflüssige Knoten auf der rechten Seite stören das Bild und bleiben hängen.

    Fiktives Beispiel: Der Faden wurde direkt am einzigen Stich abgeschnitten und rutschte heraus. Mit zwei oder drei Sicherungsstichen hält das Ende zuverlässig.

  8. Ergebnis prüfen

    Ziehen Sie das Stück an oder ziehen Sie die Naht mit den Händen in verschiedene Richtungen. Der Knopf darf nicht wackeln, und der Stoff an der Naht darf sich nicht in Falten legen. Stimmt etwas nicht, bessern Sie es am besten sofort nach, solange Sie alle Handgriffe noch im Kopf haben.

    Fiktives Beispiel: Nach der Reparatur zog die Naht den Stoff leicht zusammen. Sie wurde wieder aufgetrennt und mit weniger Fadenspannung neu genäht – die Falten waren weg.

Wo die meisten Fehler passieren

  • Einen zu langen Faden nehmen, der sich verknotet
  • Den Knopf ohne Stiel dicht auf den Stoff nähen
  • Nur das Loch selbst zunähen, ohne die intakte Naht an den Enden mitzufassen
  • Die Stiche zu fest anziehen, sodass sich der Stoff kräuselt
  • Irgendeinen vorhandenen Faden nehmen statt eines farblich passenden
  • Abends bei schwachem Licht und ohne Unterlage freihändig arbeiten
  • Den Faden gleich nach dem letzten Stich abschneiden, ohne zu vernähen

Wenn es so nicht klappt

  • Ist der Stoff rund um den Knopf eingerissen, verstärken Sie die Stelle zuerst mit einem kleinen Flicken auf der linken Seite
  • Bei einer Naht in Jersey wählen Sie elastische Stiche oder verschieben die Reparatur, bis Sie mit der Nähmaschine vertraut sind
  • Ist das Stück kompliziert oder Ihnen viel wert, bringen Sie es lieber in eine Änderungsschneiderei und schauen Sie zu, wie dort gearbeitet wird

Check vor dem Start

  • Der Faden passt farblich und ist nicht länger als ein Arm
  • Die Nadel geht ohne Kraftaufwand durch den Stoff
  • Der Fadenanfang ist mit Knoten oder Stichen gesichert
  • Unter dem Knopf ist ein Stiel entstanden
  • Die neue Naht folgt der alten und reicht an den Enden etwas darüber hinaus
  • Die Stiche sind gleichmäßig und ziehen den Stoff nicht zusammen
  • Das Fadenende ist auf der linken Seite vernäht
  • Nadeln und Stecknadeln sind in der Dose verstaut

Katalog der Praxisbeiträge

In diesem Katalog sammeln sich eigenständige Praxistexte, die eigens für deutschsprachige Leserinnen und Leser geschrieben werden. Jeder behandelt genau eine Aufgabe: etwas reparieren, etwas basteln oder einen Arbeitsplatz sicher vorbereiten.

Die deutschsprachigen Beiträge sind in Vorbereitung. Sobald der erste erscheint, wird er in diese Liste aufgenommen und im Bereich „Neu“ vermerkt.

In Vorbereitung

  • Laternen aus Papier für den Martinsumzug
  • Adventskalender aus Papiertüten und Karton
  • Den ersten Loopschal kraus rechts stricken
  • Einen kleinen Flicken mit der Hand aufnähen

Regeln des Katalogs

  • Die Beiträge in diesem Katalog werden für jede Sprachversion eigens verfasst und sind keine Übersetzungen.
  • Einige Beiträge verlinken auf Websites Dritter, darunter Gaming-Dienste; auf deren Inhalte, Preise und Bedingungen haben wir keinen Einfluss.
  • Wir veröffentlichen keine Werbung für Materialien, Werkzeuge oder Geschäfte, keine Rankings, keine Preise und keine Erfahrungsberichte.
  • Erste Schritte

    Wie man das erste Projekt fürs Wochenende auswählt, eine Grundausstattung zusammenstellt und die Arbeit fertigstellt.

  • Fragen

    Kurze Antworten zu ersten Schritten, Materialien, Werkzeugen und zum Basteln mit Kindern.

  • Typische Fehler

    Fünf Fehler, an denen Einsteiger oft scheitern, und einfache Wege, sie zu vermeiden.

Worauf der Text beruht

  • Nähanleitungen für Einsteiger (allgemeine Grundsätze)
  • Gebrauchsanleitungen für Handarbeitswerkzeuge und -materialien (allgemeine Grundsätze)

Garne, Nähgarne, Klebstoffe und Farben verhalten sich je nach Hersteller recht unterschiedlich – maßgeblich sind daher immer das Etikett und die Anleitung des jeweiligen Materials oder Werkzeugs. Das Nachschlagewerk beschreibt allgemeine Handgriffe und ersetzt keinen Kurs bei einer erfahrenen Fachperson.